Lernen zu vergessen

24 Jun

Unter dem Slogan: Lernen zu vergessen steht Sebastian Fitzeks neuster Psychothriller „Splitter“ welcher seit Juni im Hardcover erhältlich ist. Da ich seit Anbeginn ein treuer Fan seiner Bücher bin, wollte ich es mir natürlich auch nicht entgehen lassen, am Dienstag, live bei seiner Lesung in Ludwigsburg, dabei zu sein und habe mir noch am selben Tag (als der Newsletter mich glücklicherweise darüber informiert hat) zwei Karten besorgt.

Nachdem mir die Dame der Thalia Bücherhandlung (der Ort des Geschehens) sagte, dass sogar Karten nachgedruckt werden mussten, da die Nachfrage so riesig sei, ahnte ich schon, dass es ziemlich voll werden würde.

Gestern stand ich dann also, so kurz vor halb 8, mit meinem Freund und meinem Ticket in der Hand vor der Buchhandlung und wartete auf den Einlass.

Ich gebe es zu, ich hasse freie Platzwahl. Wen ich mich um einen guten Platz bemühen muss, komme ich erst zur Ruhe, wenn ich weiß wo ich sitze und wie gut die Plätze sind. Und ich hielt es eigentlich für unmöglich, einen guten Platz zu ergattern, aber Fortuna war auf meiner Seite und ich war eine von den ersten, die eingelassen wurden (viele besorgten sich noch an der Abendkasse Karten, die garantiert auch noch schnell nachgedruckt wurden). Ich saß zwar vor dem Beamer, aber im Anbetracht dessen, dass ich somit auch schräg vor Sebastian Fitzek saß (herrliche Aussicht auf den Autor), war mir das in diesem Moment herzlich egal. Und so laut gepustet, wie der aus meinem Büro, hat er auch nicht. Im Gegenteil. Er war erschreckend ruhig. Also der Beamer, nicht Sebastian Fitzek.

Meine fünf Bücher, die ich Zuhause noch auf meinen Freund und mich verteilt hatte, wurden noch schön von einer Thalia-Mitarbeiterin mit kleinen Lesezeichen bestückt, damit niemand nachher noch auf den Gedanken kommen könnte, ich hätte die Bücher geklaut (kein Scherz, bei einer Lesung von ihm ist das tatsächlich passiert, und laut seiner Aussage muss das nicht gerade angenehm gewesen sein, von wegen Blaulicht, hoher Strafe, viel TamTam und so …)

Während der Wartezeit konnte man sich für kleines Geld einen puren Sekt oder einen Sekt mit Orangensaft holen. Ich habe darauf verzichtet, denn ich kenne mich ja: Ich würde dann ständig auf die Toilette müssen und diese Peinlichkeit wollte ich mir einfach ersparen.

Dann, kurz nach 20:00 Uhr, kam Sebastian Fitzek endlich (Der Gute ist mit dem Aufzug vom Personal-Büro in das untere oberen (hä?) Stockwerk der Buchhandlung gefahren) und stand dann live und in voller Größe vor uns.

Für den Anlass entsprechend gekleidet, saß er anschließend in einem schicken schwarzen Hemd, einer blauen Jeans und blank polierten Schuhen hinter seinem kleinen Tisch mit Laptop und erzählte diverse Peinlichkeiten aus seinem Leben (und ganz ehrlich, manche davon würde ich an seiner Stelle auch am Liebsten vergessen wollen).
Ziemlich ausgefuxt wie er ist, baute er dann nach etwa einer halben Stunde eine herrliche Brücke zu seinem neusten Buch Splitter auf, in welchem es ebenfalls um das Thema Vergessen geht.

Nach ein paar weiteren peinlichen Bildern, einem Ausschnitt aus einem sehr lustigen Video und diversen anderen Geschichten (ich sag nur: Taxifahrer, Sexspielzeug und Praktikantin) kamen wir zu einem recht interessanten Punkt: Seiner zentralen Frage nach dem „Was wäre, wenn …?“.

Herr Fitzek gestand, dass er gerne redet (was man deutlich gemerkt hat, aber von mir aus hätte er die ganze Nacht erzählen können) und über vieles einfach so nachdenkt. Er stellt sich in den einfachsten Situationen die Frage: Was wäre, wenn … dies oder jenes passiert. Und stellt es sich dann vor. Malt sich in Gedanken richtige Geschichten aus. Im Ansatz mache ich das ja auch, aber ich habe noch nie darüber nachgedacht, dass dann auch zu Papier zu bringen. Dabei liegt das eigentlich recht nahe. Naja … manchmal bedarf es eben einen kleinen Schubs, in die richtige Richtung. Ach ja, und eins muss ich ihm wirklich lassen, eine blühende Fantasie hat dieser Mann. Und was für eine! Dagegen bin ich nichts im Vergleich …

Und „Ich bin ein Irren-Magnet!“, lautete ein weiteres Zitat von ihm, was er anhand einer einer Geschichte mit seinem Freund nochmals verdeutlicht hat. Ich lasse mich ja wirklich nicht von jedem als Irre bezeichnen, aber bei ihm empfand ich es sogar als ein Kompliment. Hach ja.

Ich kann es immer wieder nur sagen, dieser Mann hat soviel Charisma und strahlt enorme Sympathie aus, dass man sich bei seinen kleinen Anekdoten aus seinem Leben wirklich zusammen reißen muss, sich nicht vor lauter Lachen in die Hose zu machen (zum Glück hatte ich ja keinen Sekt getrunken).

Und eins ist klar, wenn man die Freunde von Herr Fitzek hat, braucht man keine Feinde. Und ziemlich viel Humor, soviel ist sicher.

Und im Übrigen dachte ich immer, bei einer Lesung wird hauptsächlich vorgelesen. Dabei war das mehr eine „Erzählung“ über sich und sein Leben, und daher um Welten besser, als ursprünglich gedacht. Man hat ihn somit kennen gelernt; sein Leben, sein Umfeld … Man kam ihm wieder ein Stück näher und das ist das, was einen guten Autor für mich ausmacht. Die Nähe zu seinen Fans. Das Greifbare.

Natürlich hat er auch etwas vorgelesen, sonst wäre es ja – logischerweise – auch keine Lesung. Darunter war auch der Prolog, und ich kann nur sagen, dass ich seine Stimme beim Vorlesen mehr als angenehm empfand. Leider liest er seine Hörbücher nicht selbst (was eine Frage aus dem Puplikum war), auch wenn er sich – seiner Aussage nach – am Ende eines Hörbuches daran versucht hat (und auf ein Herausschneiden spekuliert hat, was dann aber nicht der Fall war, höhö). Stattdessen konnte er Simon Jäger für sich gewinnen, die deutsche Stimme von Josh Hartnett, Matt Damon (ab 2007) und den meisten Rollen des verstorbenen Heath Ledger(!).
Da ich diesen Mann ebenfalls als einen meiner Favs unter den Synchronsprechern bezeichnen würde, war das auch ein Auslöser dafür, dass ich nun knapp 50 EUR ärmer bin, dafür aber bald im Besitz aller momentan vier verfügbaren Hörbücher von Sebastian Fitzek (ja, ich bin verrückt, aber hallo? Irren-Magnet!).

Der FBI-Test durfte am Schluss natürlich auch nicht fehlen. Und vorweg: Nein, ich bin kein Serienmörder. Ich denke einfach zu … gewöhnlich, glaub ich. Aber unser Kreis hat dennoch eine hohe Anzahl erreicht (ich glaube, bei 12 hat er aufgehört zu zählen). Dann, Zitat Herr Fitzek: „Ohje, das werden ja immer mehr!“

Ja, Ja … ich ahnte schon immer, dass wir hier in der Gegend eine hohe Kriminalitätsrate haben. Aber mit unserem Outing sollten wir jedoch noch warten, bis Herr Fitzek sich auf den Weg nach Mannheim gemacht hat, der Ort seiner nächsten Lesung. Und weil er uns ja auch so schön unterhalten hat, haben wir ihm auch unser Versprechen gegeben. Ehrenwort, Herr Fitzek!

Und damit war dann der schöne Abend auch fast schon beendet. Nach unmenger Geduld einiger Leserfragen, und sehr ausführlichen Erklärungen seinerseits, ließ er sich es trotzdem nicht nehmen, im Anschluss der Lesung eine Signier-Stunde einzulegen. Und dank der Info von Tadiel, habe ich natürlich auch an Signierstoff gedacht (im Übrigen findet ihr bei Tadiel auf dem Blog auch einen sehr schöner Artikel über die Eindrücke ihrer Lesung in Bochum. Klickt einfach auf ihren Namen).

Herr Fitzek hatte auch keinerlei Probleme damit, meine fünf Bücher mit persönlicher Widmung zu signieren (hätte es die Frau nicht vor mir auch getan, hätte ich ihm wahrscheinlich nur zwei gegeben. Danke auch an dieser Stelle an die reizende Dame, mit ihrem prall gefüllten Rucksack!)
Und er hat sogar auf anhieb nach dem richtigen Buchstaben nachgehakt. Ich musste nicht mal etwas sagen. Tja … der Mann weiß einfach Bescheid …

Gegen 22 Uhr hatte ich dann meine Unterschriften, mit persönlicher Widmung von Herr Fitzek, ebenso das Hochgefühl an einer tollen Lesung teilgenommen zu haben, die ich jedem seiner Fans nur empfehlen kann, sollte er sich in deren Region befinden.

Bilder habe ich selbstverständlich auch gemacht. Immerhin musste ich die gute Sitzposition ausnutzen. Leider habe ich mein Datenkabel momentan nicht zur Hand, aber sobald ich es wiederfinde, werde ich die Bilder online stellen! Versprochen!

EDIT: Hier die versprochenen Bilder!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.